Radunfälle in Saarlouis: Grüne wollen mehr Sicherheit für Radfahrer

Die Zahl der Fahrräder auf den Saarlouiser Straßen steigt und steigt – und das hat Folgen für die Verkehrssicherheit und damit der Gesundheit der Radfahrenden. In den letzten Monaten gab es eine Reihe von Unfällen mit Beteiligung von Radfahrern, zum Teil mit schweren Verletzungen. Betroffen sind insbesondere ältere Menschen. Die Grünen wollen durch geeignete Maßnahmen die Verkehrssicherheit der Radfahrerinnen und Radfahrer erhöhen und fordern vom Landesamt für Staßenwesen (LfS) nun endlich zielgeführt in Saarlouis aktiv zu werden.

„Allein in meinem Freundes- und Bekanntenkreis kam es in den letzten Wochen zu einer Reihe von teilweise schweren Unfällen im Bereich von Bundes- oder Landesstraßen. Insbesondere auf der Wallerfanger Straße, Lisdorfer Straße oder Metzer Straße gibt es enorme Gefahrenbereiche. Auf diesen Straßen ist nicht die Stadt, sondern das Landesamt für Straßenbau (LfS) für die Verkehrsführung und damit auch für die Verkehrssicherheit zuständig. Für die Grünen ist die Sicherheit bzw. Unsicherheit auf Saarlouiser Radwegen und Straßen ein drängendes Thema, gerade auch jetzt, zu Schulbeginn. Das LfS muss hier dringend aktiv werden. Der Stadtverwaltung sind hier nahezu die Hände gebunden“, so Gerald Purucker, stv. Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat von Saarlouis.

Die Fraktion der Grünen bereits zu Beginn des Jahres zusammen mit den Bündnispartnern im Stadtrat den Haushaltsetat für Radverkehr erheblich aufgestockt. Auch wurde ein umfangreiches Radverkehrskonzept beschlossen und in Auftrag gegeben. „Bis diese Maßnahmen wirken und umgesetzt werden, vergeht wahrscheinlich eine längere Zeit. Daher müssen wir jetzt mit einfachen Mitteln die Sicherheit erhöhen. Die können z.B. mit Markierungen in roter Farbe, insbesondere in Kreuzungsbereichen, durchgeführt werden. Rote Farbe ersetzt zwar keinen Radweg, sorgt aber für eine erhöhte Aufmerksamkeit der Autofahrer“, so Purucker.

„Rote Markierung wie hier in der Vaubanstraße erhöht die Sicherheit von Radfahrern“, Gerald Purucker

Auch müssen Verkehrshindernisse wie z.B. hohe Bordsteinkanten oder sinnlose Verkehrsinseln auf den Prüfstand. An Stellen, wo Pflanzen (z.B. Hecken) die Verkehrssicherheit durch Sichteinschränkung gefährden, müssen wir auch aktiv werden und entsprechend den gesetzlichen Regelungen einen Rückschnitt vornehmen lassen. Purucker appelliert auch an private Hausbesitzer und bittet um Rückschnitt entlang von Geh- und Radwegen, um die Verkehrssicherheit von Fußgängern, Radfahrern und Menschen mit Behinderung zu gewährleisten.

Viele Städte haben aufgrund des erhöhten Radverkehrsaufkommens in der Coronazeit auf sog. „Pop-up-Radwege“ angelegt. Dabei handelt es sich um kurzfristig und temporär eingerichtete Radwege, die schnell für mehr Platz und Sicherheit im Radverkehr sorgen.

„Saarlouis ist jetzt nicht Berlin oder Brüssel“, so Purucker. „Aber warum wagen wir jetzt nicht mal das Experiment, einen solchen Pop-up-Radweg anzulegen, z.B. in der viel befahrenen Wallerfanger Straße. Diese Radwege werden mit wenig Aufwand, und damit mit wenig Kosten, auf der Fahrbahn markiert. Ich bin mir sicher, dass dann noch viel mehr Verkehrsteilnehmer auf das Rad steigen würden. Einen Versuch wäre es wert. Lästige Stau`s könnten damit bequem, sicher und schnell umfahren werden, die Umwelt wird geschont und die Bewegung trägt zur Gesunderhaltung der Radfahrenden bei. Der Ball, ähm nein, das Rad liegt nun im Feld des LfS…

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