Verkehrsberuhigung an Sozialen Einrichtungen beantragt. Gerald Purucker, Grüne Saarlouis

Schulen, Kitas, Seniorenheime: Grüne beantragen längst überfällige Verkehrsberuhigungen

Die Grünen im Stadtrat von Saarlouis haben mit einem umfangreichen Antrag verkehrsberuhigende Maßnahmen an allen sozialen Einrichtungen der Stadt beantragt. Die Verkehrssituationen vor Schulen, Kindergärten, Kita`s, Seniorenwohnheimen, Demenzzentren, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Krankenhäusern, Familien- und Jugendzentren und weiteren Behörden kommen nun auf den Prüfstand und sollen neu entwickelt werden. Ein längst überfälliger Schritt in Saarlouis, so die Saarlouiser Grünen-Fraktion im Stadtrat. Der gemeinsame Antrag der Bündnispartner B90/DIE GRÜNEN, CDU und FDP wurde im Ausschuss einstimmig angenommen.

Verkehrsberuhigungen bringen mehr Sicherheit

Gerald Purucker, stv. Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Ausschuss für Nachhaltigkeit, Ökologie und Verkehr (ANÖV) sieht den Antrag als einen Beginn der Verkehrswende in Saarlouis: „Wir haben bereits eine Machbarkeitsstudie „Einbahnstraße Innerer Ring“ und das Radverkehrskonzept auf den Weg gebracht. In zunehmenden Maße scheint es zweckmäßig und notwendig zu sein, die Organisation des Verkehrs in Saarlouis zu überdenken. Dabei geht es uns auch darum, den Straßenraum für alle Menschen und insbesondere für die Schwächeren in unserer Gesellschaft, nämlich Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung, wesentlich sicherer zu machen. Verkehrsberuhigungen erreichen auch durch Reduzierung der Lärm- und Schadstoffemissionen eine bessere Lebens- und Wohnqualität.

Die Grünen im Stadtrat fordern im ersten Schritt eine Evaluierung der Ist-Situation vor Kindergärten, Kita`s, Schulen und Seniorenwohnheimen. In weiteren Schritten sollen soziale Einrichtungen wie Demenzzentren, Krankenhäuser, Pflegeheime, Tageszentren, Behindertenwerkstätten und weitere Behörden begutachtet und entwickelt werden. Dabei gibt es eine Fülle rechtlicher und baulicher Maßnahmen, die die Sicherheit im Umfeld von sozialen Einrichtungen verbessern können.

Temposenkungen auf 30 km/h machen Straßen sicherer und attraktiver

Bei Tempo 30 ist der Anhalteweg nur halb so lang wie bei Tempo 50 km/h. Geringere Geschwindigkeiten beeinflussen im Verbund mit anderen Faktoren also das Unfallgeschehen günstig. „Wir brauchen deshalb an allen sozialen Einrichtungen eine Geschwindigkeitsreduzierung. Es ist nahezu unglaublich, dass in Saarlouis an manchen Schulen oder Seniorenheimen noch Tempo 50 km/h gefahren werden darf“, so Purucker. „Das ist und war nie zeitgemäß. Der Bundesrat hat im Jahr 2017 in einem Maßgabenbeschluss eine vereinfachte Anordnung von Tempo 30 km/h ermöglicht. Es bedarf aber auch weiterer flankierender Maßnahmen im baulichen Bereich. Solche können z.B. farbige Fahrbahnmarkierungen, Rüttelstreifen, Querungshilfen, Barrierefreiheit, Horizontal- oder Vertikalversätze und Geschwindigkeitsmesstafeln sein. Diese Maßnahmen sind auch so zu planen, dass gezielte Kontrollen des ruhenden und fließenden Verkehrs durchgeführt werden können.

Große Piktogramme wie hier vor dem RSG erinnern den Autofahrer an die Geschwindigkeitsreduzierung

Besondere Situation an Schulen: Elterntaxis

Erwachsene VerkehrsteilnehmerInnen haben eine besondere Vorbildfunktion. Dennoch bringen viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass gerade zu Bring- und Holzeiten zu Unterrichtsbeginn und Unterrichtende durch eine enorme Verkehrsverdichtung die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler noch zusätzlich gefährdet wird. Verkehrsverstöße unmittelbar vor den Schulen sind eher die Regel als die Ausnahme. Aus diesem Grund soll das direkte Absetzten an der Schule möglichst unterbunden werden. Es sollen Elternhaltestellen im näheren Umfeld der Schule in Verbindung mit einem sicheren Fußweg zur Schule geschaffen werden. In diesem Prozess sind auch die Schulleitungen, Schulamt und Elternvertretungen und Polizei mit einzubeziehen.

Überhöhte Geschwindigkeit vor AWO Seniorenresidenz in der Lisdorfer Straße.

Diese Partizipation wollen die Grünen auch durch Mitwirkung des Seniorenbeitrates, des Frauenbeirates und des Beauftragen für Menschen mit Behinderung ergänzen.

Chef der Ortspolizei sagt Unterstützung zu

Der Chef der Ortspolizeibehörde, Oberbürgermeister Peter Demmer, hat im Ausschuss seine Unterstützung zugesagt. Alle Dezernate der Verwaltung sind nun mit dem Antrag beauftragt, die Verkehrssituationen an den sensiblen Bereichen der Stadt neu zu entwickeln.

Den gesamten Antragstext gibt es hier zum Download:

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