Richard Nospers - Platz Planung

Einstimmige Entscheidung des Stadtrates: Saarlouis bekommt einen Richard Nospers Platz

Der Saarlouiser Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung über die Benennung eines Platzes nach dem 2010 verstorbenen früheren Oberbürgermeisters der Stadt, Richard Nospers befunden. Der einstimmig getroffenen Entscheidung liegt ein gemeinsamer Antrag der demokratischen Ratsparteien zugrunde. Großer Beifall der Stadtverordneten, als Gabriel Mahren die Platzbenennung kurz begründete (Rede im Anhang).

Richard Nospers war von 1987 bis 1997 Oberbürgermeister unserer Stadt. Seine Affinität zu Kunst und Kultur war ausschlaggebend für die Wahl des Platzes im Umfeld der Hayek-Skulptur. Die Skulptur selbst verbinden viele Saarlouiserinnen und Saarlouiser mit dem früheren Oberbürgermeister.

Aus dem Antrag:

„Nach dem im November 2009 verstorbenen Saarlouiser Oberbürgermeister Richard Nospers wollen wir eine Fläche benennen, die an der Hayek-Skulptur und am ehemaligen Museum Ludwig gelegen, den Abschnitt der Wallstraße von der Handwerkerstraße bis zur Kaiser-Wilhelmstraße und dort gelegene Verkehrsflächen mit einbezieht. Die so entstandene Fläche (die ohne Anlieger ist) soll den Namen Richard Nospers-Platz tragen und an seine Verdienste, insbesondere um den Wirtschafts- Kultur- und Kunststandort Saarlouis erinnern.“ (Siehe auch beigefügten Plan)


Schon seit mehreren Jahren verfolgt der Saarlouiser Stadtrat die Konzeption Straßen und Plätze nach den früheren Verwaltungschefs der Stadt zu benennen. Ausgegangen war diese Initiative 2010 vom GRÜNEN-Fraktionsvorsitzenden Gabriel Mahren.


Demokraten ehren Demokraten

„Wir tun dies, zum einen um deren Verdienste um die Stadt zu würdigen, zum anderen um ihr Wirken im zeitgeschichtlichen Kontext zu dokumentieren. Der Rat tut dies erklärtermaßen parteiübergreifend. Er tut es schließlich auch, um im öffentlichen Raum demokratische Kontinuität sichtbar zu machen: Demokraten ehren Demokraten.“

Sämtliche demokratischen Fraktionen des Stadtrates beteiligten sich an der Initiative der Grünen-Fraktion, die schon im schwarzgrünen Koalitionsvertrag 2019 festgelegt worden war. Am Planentwurf für die Fläche beteiligten sich ehrenamtlich der Präsident der Architektenkammer des Saarlandes, Alexander Schwehm aus Saarlouis, sowie der Grüne Stadtverordnete und Architekt Philipp Julien, der schon zu Richard Nospers Zeiten in der Stadtpolitik aktiv war.

Gabriel Mahren zum Politiker Richard Nospers:

„Der Name Richard Nospers ist eng verbunden mit Kunst, Kultur und auch Architektur in unserer Stadt. Museum Ludwig, Hayek-Skulptur, Vereinshaus Fraulautern. Alles stilsicher, alles klug angelegt. Alles von Dauer. Der Kulturstandort Saarlouis bekam Bedeutung in der Region. Seine Kompetenz als Finanz- und Wirtschaftsfachmann wirkt bis heute nach. Er strukturierte die städtischen Wirtschaftsbetriebe um, siedelte u.a. IKEA und den Ford-Supplierpark an und hat die Innenstadt zu einem attraktiven Einzelhandelsstandort gemacht. Man begegnet seinem Wirken auf Schritt und Tritt. Er hat, so schreibt es Johannes Werres in der SZ,“ der Stadt das Gesicht der Gegenwart gegeben“.

Nospers hat aber auch in einem wichtigen GRÜNEN-Thema eine Rolle gespielt. Mit seiner Hilfe gelang es Mitte der 1990er Jahre den geplanten Absinkweiher der Saarbergwerke zu verhindern. Gemeinsam mit mir als dem damaligen Umweltdezernenten ( und dem heutigen Dezernenten Günter Melchior) entwickelte der Jurist Nospers die Idee eines Bebauungsplanes, der über das betroffene Gebiet am Fraulauterner Reppler gezogen wurde. Mit diesem innovativen und bundesweit beachteten Schritt wurde der Fraulauterner Wald endgültig gerettet. Nospers war keineswegs konfliktscheu. Mit den Grünen stritt er jahrelang um die Gestaltung des soziokulturellen Zentrums KOMM. Er war es aber auch, der die Projektpartnerschaft mit Matiguas in Nicaragua trotz aller Kritik beförderte.

Nie war er destruktiv, immer schien er seiner Zeit ein Stück voraus. Dafür hat er unseren großen Respekt. Saarlouis hat diesem Mann viel zu verdanken. Wir wollen ihn mit diesem Platz wirklich ehren.“

Die Rede von Fraktionsvorsitzenden Gabriel Mahren in der Stadtratssitzung vom 25. Juni 2020 könnt ihr hier nachlesen

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