Verkehrsplanung Robert-Schuman-Gymnasium Saarlouis. Gerald Purucker

Neue Verkehrsführung vor Robert-Schuman-Gymnasium: Planerisch ist noch Luft nach oben.

Im Sommer 2019 wurde die Verkehrsführung vor dem Robert-Schuman-Gymnasium (RSG) in Saarlouis geändert. Die ungeliebte und ins Alter gekommene Unterführung aus den 70er Jahren kann nun mit einem Zebrastreifen umgangen werden. Für die Gymnasiumstraße wurde eine Einbahnregelung geschaffen und eine Verkehrsinsel angelegt, um den Park- und Wendeverkehr der Elterntaxis einzudämmen. Vorangegangen hierzu war eine Zukunftswerkstatt mit Schülervertretern des RSG und dem Amt für Schulen. Durch die Einbindung der Verwaltungsspitzen von Landkreis und Stadt wurden die Ergebnisse des Schülerprojektes in kurzer Zeit umgesetzt. Das erfreut die Grünen im Stadtrat, zeigt es doch, dass Oberbürgermeister, Ordnungsamt und Tiefbauamt auch relativ schnell Planungen in die Tat umsetzen können.

Die Verkehrsführung könnte aus Sicht der Grünen im Stadtrat jedoch an der ein oder andern Stelle verbessert werden. „Wir begrüßen das partizipative Schülerprojekt. Es wurde auch zurecht für die pädagogische Ausarbeitung ausgezeichnet. Ebenso freuen wir uns über die schnelle Umsetzung durch das Ordnungsamt und der Tiefbauverwaltung. Uns fehlt jedoch aus verkehrsplanerischer Sicht die Anbindung an den Radverkehr“, so Thomas Emanuel, Mitglied der Grünen im Stadtrat von Saarlouis.

Die Grünen haben bereits Anfang 2020 einen Antrag im Ausschuss für Nachhaltigkeit, Ökologie und Verkehr zur Umgestaltung vor dem RSG gestellt. Darin baten Sie um Einbindung der Belange des Radverkehrs z.B. durch das Anlegen einer sog. Fahrradschleuse. Diese könne das sichere Abbiegen in die Gymnasiumstraße ermöglichen. Auch sei das Schaffen von Haltemöglichkeiten für Elterntaxis unmittelbar vor der Schule nicht der richtige Weg. Das mache den Schulweg noch gefährlicher.

Sog. Elterntaxis machen die Situation vor dem RSG noch gefährlicher. Aufnahme vom 28.09.2020

Nachdem im zuständigen Ausschuss keine abschließende Regelung gefunden werden konnte, vereinbarten sich Verwaltungsspitze, Amtsleiter und Planer sowie Vertreter der Fraktionen zu einem Vor-Ort-Termin.

Dieser fand (coronabedingt) erst am 28. September um 7.15 Uhr unter Echtzeitbedingungen statt. Es wurde festgestellt, dass weder von der Titzstraße, Hohenzollernring noch Prälat-Subtil-Ring eine Verkehrsanbindung zur Schule für Radfahrende gegeben ist. Nahezu alle radelnde Schülerinnen und Schüler fuhren mit dem Rad über den Zebrastreifen oder auf dem Gehweg und dann weiter zum Schulhof.

Gerald Purucker, stv. Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat bat nochmals um Überprüfung, ob die Verkehrsinsel nicht versetzt und durch einen sog. „Insel-Tropfen“ mit Fahrradschleuse ersetzt werden könne.

Geänderte Verkehrsführung nach Wunsch der Grünen: mit Tropfen (grüne Farbe) würde eine sog. Fahrradschleuse geschaffen und das sichere Einbiegen in die Gymnasiumstraße für SchülerInnen und Anwohner wäre ermöglicht

Das würde das Einbiegen mit dem Fahrrad in die Gymnasiumstraße extrem erleichtern und schafft mehr Verkehrs- und Rechtssicherheit für die Radfahrenden. Ebenso könne dann die Gymnasiumstraße als Einbahnstraße gegen die Fahrtrichtung freigegeben werden, was ursprünglich so auch geplant war, jedoch nicht umgesetzt wurde. Die Voraussetzungen hierfür wären gegeben. Da ist noch Luft nach oben. Ebenso seien die angelegten Elternhaltestellen neben der Schulturnhalle kontraproduktiv und verschärfen das Verkehrschaos vor der Schule in Stoßzeiten. Die Verwaltung versprach Abhilfe und werde mit der Neugestaltung des Gutenbergplatzes und des Hohenzollernringes entsprechende Bring- und Abholzonen einrichten.

Neue Verkehrsinsel vor dem RSG Saarlouis. Die Insel könnte nach links versetzt werden um eine sichere Einfahrt für die Radfahrenden zu ermöglichen.

Herr Peters, Schulleiter des RSG berichtete von steigenden Zahlen von Fahrrädern auf dem Schulhof. „Die Parkplätze auf dem Schulhof reichen an sonnigen Tagen nicht mehr aus. Es ist schon eine Tendenz hin zu mehr radfahrenden Schülerinnen und Schülern zu erkennen“, so der Schulleiter.

Das Tiefbauamt wird sich mit der Thematik Verkehrsführung vor dem RSG nochmals auseinandersetzten und an der ein oder anderen Stelle noch Verbesserungen vornehmen. Es gilt auch abzuwarten, was das von den Grünen initiierte und mittlerweile vom Stadtrat gebilligte und beauftragte Radverkehrskonzept an konkreten Planungen bringen wird. Diese werde man dann entsprechend der Vorgaben so umsetzen.

„Wir Grüne wollen einen Schwerpunkt der (Rad)Verkehrspolitik auch auf die sog. „Schulmeile“ setzten. Auf der Strecke zwischen dem Gymnasium am Stadtgarten und dem Robert-Schuman-Gymnasium befinden sich sieben Schulen auf etwa 1 km. Mehr als 5000 Schülerinnen und Schüler sind hier täglich unterwegs. Eine ausreichende und sichere Verkehrsanbindung für Radfahrende und Fußgänger müsste eigentlich selbstverständlich sein. Ist es leider nicht, deshalb werden wir nicht locker lassen“, so Gerald Purucker.

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